Wie können wir den Siedlungsrand grenzüberschreitend in Wert setzen?

Siedlungsränder sind oftmals zufällige und kaum geplante Räume zwischen bebauter und unbebauter Landschaft. Sie zeichnen sich durch lockere Bebauung – eingeschossige Wohngebiete oder Gewerbeflächen – mit vergleichsweise hohem Grünflächenanteil auf. Sie spielen eine große Rolle in der Frischluftzufuhr für innere, verdichtete Baubereiche und können Hotspots der Artenvielfalt sein (z.B. Obstbaumwiesen). Der Übergangsraum sollte daher als lebendige (Siedlungs-) Wachstumsgrenze verstanden werden, der für Mensch und Natur in Wert belassen/gesetzt wird.

Was hindert an einer Inwertsetzung?

Zuständigkeit nicht geklärt: Planungen enden häufig an den Grenzen des Planungsraums, da für grenzüberschreitende Planungen oftmals der Auftrag fehlt. Wer darf über den Grenzraum bestimmen? Wer ist hier zuständig?

Angst vor naturschutzrechtlichen Einschränkungen: Wird der Siedlungsrand naturschutzfachlich aufgewertet (oder der Lebensraum als naturschutzfachlich wertvoll definiert), werden spätere Entwicklungsoptionen eingeschränkt. Gesetzte Bäume, Feuchtgebiete und andere Biotope wirken unverrückbar. Ein undefinierter Raum bietet mehr Freiheiten.

Welche Akteure könnten Interesse an den Siedlungsrändern haben:

  • Betriebe und Mitarbeitende – Die naturnahe Betriebsumgebung kann Aufenthaltsort, Ruheraum und Fitnesscenter für die Mitarbeiter*innen sein. Wohlbefinden, Gesundheit und Kreativität wird gefördert. Das Unternehmen zeigt aber auch Verantwortungsbewusstsein für die Biodiversität und den Klimaschutz.
  • Landwirtschaft – Eine siedlungsnahe Landwirtschaft ist mehr als Lehrzimmer für die landwirtschaftsferne Bevölkerung. Es kann ein Gegenmodell zur industriellen Landwirtschaft sein, das auf Diversifizierung der Produkte und Vernetzung der Menschen fußt. Solidarische Landwirtschaft, neue Gartenkulturen und Gemeinschaften können daraus entstehen.
  • Lokale Bevölkerung – Durchlässige und zugängliche Siedlungsränder sind gut erreichbare Naherholungsräume, die von Familien, Senior*innen, Jogger*innen, Sportler*innen sowie Hundebesitzer*innen gern in Anspruch genommen werden. Ein schnell erreichbares, abwechslungsreiches und den Nutzer*innen qualitativ angepasstes Fußwegenetz ist eine Voraussetzung. Siehe auch (http://www.regio-stgallen.ch/fileadmin/images/downloads/Landschaft_1h_Schlussbericht_151013.pdf)
  • Freizeiteinrichtungen – Am Siedlungsrand finden sich große Freizeiteinrichtungen (Fußball-, Tennis-, Golfplätze…). Sie sind meist nur einer Teilöffentlichkeit zugänglich, ziehen motorisierten Verkehr an und werden in der Nacht häufig intensiv beleuchtet. Integriert in ein Siedlungsrandkonzept und entsprechend naturnah gestaltet, können diese Grünflächen auch über die Vorteile für die Teilöffentlichkeit hinaus einen Mehrwert für Tier und Mensch haben.

IDEE – Gemeinsame Projekte mit Gemeinden, Wirtschaft, Pensionskassen und Gesundheitskassen.

TeilenTw.Fb.Pin.
...

Bitte verwenden Sie einen aktuellen Browser, damit die Website korrekt funktioniert.

Sie sollten noch heute aktualisieren.