Was können wir uns wie leisten? Kostenwahrheit

Lebenszykluskosten

Bei Baukosten oder Erstellungskosten von Bauten werden meist nur die „klassischen“ während des Bauens anfallenden Kosten genannt. Die gesamthaften und über die Zeit anstehenden Kosten werden allerdings nicht mit aufgeführt. Graue Energie und Betriebskosten bleiben außen vor. Auch werden Kosten der Allgemeinheit – beispielsweise Erschließungskosten für Bauplätze, die im Regelfall der zugehörigen Gemeinde auferlegt sind – nicht mit eingerechnet.

Ein neuer Trend liegt seit einigen Jahren in einer sehr aufwendigen Haus- und Gebäudetechnik. Schon jetzt zeigt sich, dass derartige Hightech-Gebäude nicht nur kostenintensiv im Bau sind, sondern vor allem langfristig genau diese Technik hohe Betriebs- und Reparaturkosten verursachen.

Eine heutige übliche Kostenschätzung, die für einen Bauherren für die Kostenplanung wichtig ist, zeigt lediglich „punktuelle“ Kosten, nicht die, welche auf die Jahre anfallen werden. Eine faktische Kostenaufstellung hingegen ist prozesshaft.

So stellt sich die Frage: was sind Baukosten? Dies sind Erstellungskosten plus Folgekosten, also Lebenszykluskosten. Erst wenn diese real einbilanziert werden, können Planungen kostenmäßig bewertet werden. Wählt man allerdings beim Bau ganz besonders hochqualitative, recycelbare und langlebige Baumaterialien werden sich die Ausgaben kurzfristig, während der Erstellungsphase, erhöhen, verursachen über die Jahre aber umso weniger Kosten.

Dies erfordert Umdenken, welches schon bei der Ausbildung von Architekt*innen und Ingenieur*innen ansetzen muss.

 

Ergebnisse

  • Faktische Kostenaufstellung: Erstellungskosten versus Lebenszykluskosten
  • Hochqualitative und ökologische Materialien sind kurzfristig teuer, aber langlebig und damit kostenextensiv

Außenräume

Durch eine nachhaltige Architektur und Städtebau werden langfristig Kosten reduziert, die der Freiraumplanung zur Verfügung stehen könnten. Allerdings müsste schon viel früher, nämlich bei der Konzeption einer Bebauung, Freiraum und umbauter Raum zusammen angedacht werden. Bauten können dann im harmonischen Wechselspiel mit der sie umgebenden Landschaft und Umgebung stehen. Das ermöglicht Sichtbeziehungen, Interaktionen zwischen Drinnen und Draußen, verknüpft Bauwerk und im Freien liegenden Begegnungsraum. Gute und hochqualitative Außenräume fördern nicht nur das Wohl der Bewohner*innen, sondern dienen aktiv dem guten Stadtklima. Menschen bevorzugen durchgrünte Wohngegenden, Grün wird somit zum Standortvorteil.

 

Ergebnisse

  • In einer faktischen Kostenaufstellung müssen die Außenräume einbezogen werden
  • Der Außenraum ist die Basis der räumlichen Entwicklung – Bauten vom Außenraum her denken!
  • Offene Außenräume und deren Interaktion mit Gebäuden fördern Durchlässigkeit und Kommunikation
  • Ökologische Freiräume begünstigen gutes Stadtklima und sind wertsteigernd
  • Naturvielfalt im Außenraum stärkt die Kühlleistung im Gebäude, ermöglicht natürliche Beschattung und verbessert die Luftfeuchtigkeit in Räumen
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