Welche Menschen müssen wir zusammenbringen, damit naturnahe Entscheidungen getroffen werden können
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Die Diskussion zeigt, dass eine Vielzahl von Akteur*innen zusammenarbeiten muss, um unsere Siedlungen als vielfältigen Lebensraum zu gestalten. Akteur*innen, die naturgerechte Entscheidungen in Planungen beeinflussen sind:

  • Bauherr*innen/Bauträger*innen
  • Investor*innen und Projektentwickler*innen, Fonds
  • in der Schweiz Pensionskassen
  • Hochbauarchitekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen/-planer*innen
  • Raum-/Stadtplaner*innen
  • Ökolog*innen
  • Gärtner*innen
  • Gemeinden/Städte/Land
  • Bewohner*innen

Der Wohnbau in der Bodenseeregion ist regelwerkgesteuert und Investment erfolgt häufig auf Basis günstigster Herstellungskosten. Bei Planungen wird meist von Wohnraum gesprochen, der geschaffen wird, aber nicht von Lebensraum. Um qualitativen Lebensraum zu schaffen, müssen auch die Außenräume als Grün- und Freiräume mitgedacht werden. Diese können bei Einbezug von entsprechendem ökologischen Wissen in Planungen so gestaltet werden, dass sie nicht nur eine Aufwertung für die Aufenthaltsqualität der Menschen, sondern auch für die Artenvielfalt der Fauna und Flora bieten können. Insbesondere in der Schweiz, wo Bauherr*innen oft die Pensionskassen sind, die Geld möglichst sicher anlegen möchten, wird auf geringe Herstellungskosten fokussiert. Dies ist vor allem auch dann ein Problem, wenn die Erhaltungskosten nicht durch die Bauherr*innen selbst getragen  und in den Entscheidungen keine Langzeitkosten berücksichtigt werden.  Gute, ökologisch hochwertige Außenräume sind gefragt und führen zur Wertsteigerung der Immobilie.

Das Wissen ist Grundlage für die Entscheidungen. In der Ausbildung von Planer*innen wird bisher zu wenig auf naturnahes Bauen eingegangen. Zum Teil werden sogar gegensätzliche Vorstellungen (wie beispielsweise überdimensionierte Räume/Badezimmer, welche in der Realität für einen Großteil der Bevölkerung ohnehin nicht leistbar sind und zudem einen immensen Flächenverbrauch nach sich ziehen) gefördert, diese Bilder sollen abgebaut werden. Es müssen die (Aus-)Bildner*innen von Planer*innen abgeholt werden, vom Thema begeistert und vom Wert des naturnahen Lebensraumes vor der Haustüre überzeugt werden

Bewusstseinsbildung kann Naturvielfalt auf unterschiedlichen Ebenen fördern. Umweltbildung für Kinder in Schulen und Familien als „Lebenssensibilisierung“, Waldpädagogik usw. sind generell besonders wichtig, um zukünftige Generationen für dieses Thema zu begeistern. Auch ein Umdenken in den Gemeinden muss stattfinden, sodass die Qualitäten von naturgerechten Planungen bewusst wahrgenommen werden können.

Ideen/Anregungen: 

  • Bevölkerung: Einbeziehung der Bevölkerung zu naturnahen Planungen. Naturnahe Gestaltung erhöht die Lebensqualität und auch den Gesamtwert von Gebäuden. Gemeinden können hier als Bauträger*innen eine Vorbildwirkung haben.
  • Ökologie: Einholen von ökologischem Spezialwissen in der Planung sollte selbstverständlich sein.
  • Wissenschaft: Gegenüberstellung der Erstellungskosten und Lebenszykluskosten
  • Medien: Energietechnisches, architektonisches, raumplanerisches und ökologisches Bewusstsein schaffen z.B.  Architekturbeilage in Tageszeitungen als Lebensraumbeilage gestalten
  • Ausbildungseinrichtungen: ?
  • Architekten: ?
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